Die unendliche Geschichte – Michael Ende

Vor einigen Jahren hatte ich diesen Kinderklassiker bereits einmal gelesen und war jetzt durch eine Lesegruppe wieder darauf gekommen. Ich erinnere mich nicht mehr wirklich daran, wie er mir beim ersten mal gefallen hatte, falls ich damals überhaupt schon eine Meinung dazu hatte, aber dieses Mal war ich begeistert. Was mir daran so gut gefallen hat, möchte ich nicht vorwegnehmen, ihr werdet es erfahren, wenn ihr weiterlest.

Infos:

  • 486 Seiten
  • Erschienen: 1987
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag
  • Originalsprache: deutsch

Inhalt:

Der zehnjährige Bastian wird in der Schule gehänselt weil er dick ist, sein Vater kümmert sich seit dem Tod seiner Mutter nicht mehr um ihn und Bastian hat eigentlich nichts im Leben, das ihm Freude macht.

Als er in einem Antiquariat ein Buch namens die unendliche Geschichte entdeckt, ist er sofort begeistert davon und verzieht sich auf den Schulspeicher, um es zu lesen.

Die Geschichte spielt in einer grenzenlosen Welt namens Phantásien und handelt von dem jungen Krieger Atréju. Dieser wird von der Kindlichen Kaiserin auserwählt, den Retter Phantásiens zu finden. Die Welt droht nämlich, von dem allesverschlingenden Nichts vernichtet zu werden und nur ein Menschenskind kann Phantasien retten, indem es der Kindlichen Kaiserin einen neuen Namen gibt.

Ab diesem Punkt beginnt Bastian sich zu fragen, ob nicht er damit gemeint sein könnte – aber das wäre ja unmöglich!

Doch schon bald befindet er sich mitten im Abenteuer und muss außer einer ganzen Welt auch noch sich selbst retten.

Meine Meinung:

Schon auf den allerersten Seiten war ich begeistert vom Schreibstil, weil er mich mit seiner liebenswerten und humorvollen Art und Weise an Tolkiens in der Hobbit erinnerte.

Anfangs wechseln wir zwischen Bastians und Atréjus Perspektive und ich war sehr gespannt darauf, dass die beiden sich begegnen würden. Beide Charaktere entwickeln sich so unglaublich weiter im Laufe der Geschichte. Natürlich bekommen wir Bastians Entwicklung sehr viel mehr mit, denn das ist es letztendlich, wovon das Buch handelt. Aber auch Atréju bleibt nicht der kleine Krieger der er anfangs ist. Während wir im ersten Teil ihn auf seiner Reise begleiten, nimmt er später als auch Bastian in Phantásien ist, zusammen mit dem Drachen Fuchur eine beratende Rolle ein.

Auch spannend zu beobachten ist der Konflikt zwischen Bastian und Atréju, der wiederum sehr wichtig für vor allem Bastians Entwicklung ist. Zwischenzeitlich war dieser für mich übrigens ziemlich ätzend und ich wollte ihn so gerne anschreien, dass das was er gerade tut, falsch ist.

Andere Figuren und Charaktere nehmen keine durchgehen Rollen ein, sondern helfen unserem Helden auf seiner Reise und unterstützen ihn oder geben ihm wichtige Dinge mit. Und natürlich sorgen auch einige für Konflikte. Ausgenommen ist hier die Kindliche Kaiserin, welche eine recht mysteriöse Person ist und auch das ganze Buch über bleibt. Sie ist der Grund für alles, sie kommt nicht so oft vor und ist doch immer irgendwie allgegenwärtig.

Mit einer der besten Punkte an diesem Buch ist die Kreativität bei der Erschaffung Phantásiens. Wir lernen im Laufe der Geschichte zahlreiche Orte und Figuren kennen, die alle sehr individuell sind und es macht einfach Spaß, sie gemeinsam mit Bastian oder Atréju zu entdecken, ob es jetzt der Alte vom Sprechenden Berg, die Silberstadt Amarganth oder die ewig weinenden Acharai sind.

Im übrigen wird die Bedeutung des Titels immer wieder deutlich, wenn auf eine Nebenfigur eingegangen wird und geendet wird mit: “Aber das ist eine andere Geschichte und soll ein anderes mal erzählt werden.”

Fazit:

Alles das zusammen macht ein wunderbares Kinderbuch, das aber unbedingt nicht nur für die vorbestimmte Zielgruppe geeignet ist.Es hat eine schön und wichtige Botschaft, ist einfach unerträglich kreativ und kurzweilig und erzählt außerdem ein spannendes Abenteuer.

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