Ein Kleid aus Seide und Sternen – Elizabeth Lim

In der kurzen Zeit seit seinem Erscheinungstermin ist dieses Buch schon durch die Hände sehr vieler Leser*innen gegangen und hat eine Vielzahl begeistert. Und nachdem ich das märchenhafte Cover gesehen hatte, wollte auch ich dieses wirklich sehr schöne Buch lesen. Wir tauchen in dem Auftakt der Reihe in eine asiatisch angehauchte Fantasywelt ein, in der die Schneiderin Maia sich sowohl den Mächtigsten des Reiches, als auch Magie gegenüber behaupten muss und dabei über sich hinauswächst. Wie mir das alles gefallen hat, erfährst du weiter unten.

Infos:

  • 448 Seiten
  • erschienen: 2020
  • Verlag: Carlsen
  • Originaltitel: Spin the Dawn
  • aus dem Englischen übersetzt von: Barbara Imgrund

Inhalt:

Maia hat drei Brüder und hilft ihrem Vater in dessen Schneiderei. Mit Nadel und Faden umgehen kann sie bereits, seit sie klein ist. Inzwischen könnte sie eine Hose im Schlaf nähen und ein Hemd mit links stopfen.

Als der Kaiser einen Krieg gegen den feindlichen Schansen beginnt, ziehen alle drei von Maias Brüdern in den Kampf. Nur einer kehrt zurück und das verletzt. Der Schmerz sitzt tief.

Um den Frieden zu wahren, soll der Kaiser die Tochter des Shansen heiraten. Und zu diesem Anlass wird ein neuer Hofschneider gesucht. Maias Vater gilt als guter Kandidat, ist aber gesundheitlich nicht mehr in der Lage, zum Hof zu reisen. Also gibt sich Maia als ihr Bruder aus, um an dem Wettbewerb teilzunehmen. Würde sie Hofschneider werden, könnte sie damit ihre Familie nicht nur ernähren, sondern ihr auch wieder ein gutes Leben ermöglichen.

Die begabtesten Schneidermeister nehmen am Wettbewerb um den Posten des Hofschneiders teil. Es gibt verschiedene Aufgaben, die immer schwerer werden. Und einige Teilnehmer kämpfen nicht mit fairen Mitteln.

Maia hat von ihrem Vater vor der Abreise eine Schere bekommen, die mehr vermag, als nur zu schneiden. Mit ihrer Hilfe und der des Hofmagiers Edan schafft Maia es tatsächlich, sich gegen ihre Konkurrenten durchzusetzen.

Doch danach wartet eine Herausforderung auf sie, weitaus größer, als alles, was sie bisher tun musste und eigentlich unmöglich. Wenn Maia nicht besteht, gibt es keinen Ausweg mehr. Auf ihrer Reise tun sich allerdings immer mehr Probleme und Widersacher auf und Maia muss nun nicht nur gegen Menschen, sondern auch gegen Magie bestehen.

Meine Meinung:

Zuerst zum Offensichtlichen: das Cover ist wunderschön. Es verspricht eine märchenhafte und sehr magische Geschichte mit dem Schwerpunkt auf das Schneidern. Und ich muss sagen, in gewisser Weise hat das Buch all diese Versprechen gehalten.

Den Schreibstil hab ich, vor allem zum Anfang als sehr malerisch und märchenhaft empfunden. Im Laufe der Geschichte hat sich das ein bisschen geändert, aber es war trotz allem flüssig und gut zu lesen.

Die Welt ist durch die Landkarte vorn und hinten im Buch schön veranschaulicht und wir bekommen im Laufe der Geschichte einige Orte zu sehen. Leider bekommen wir trotzdem kein wirkliches Gefühl dafür, wie unterschiedlich die Welt ist. Der einzige Ort, der sehr schön veranschaulicht wird, ist der kaiserliche Palast. Diesen konnte ich mir in Einzelheiten und allem Prunk vorstellen.

Maia als Protagonistin hat mir an sich gut gefallen, trotzdem hat sie mir teils etwas zu naiv reagiert und gehandelt. Nichts desto trotz beweist sie im Endeffekt Stärke. Edan war anfangs recht klischeemäßig, wurde mir aber im Laufe der Geschichte ziemlich sympathisch. Andere Figuren wie die Schansen Tochter Lady Sarnai oder Maias Bruder Keton hatten zwar keine wirklich zentralen Rollen, ich fand sie aber sehr interessant und hätte gerne mehr über sie erfahren. Gerade Lady Sarnais Geschichte oder auch die des Kaisers wurden nur angekratzt. Das hat vermutlich damit zu tun, dass dieser Band der Auftakt einer Reihe ist.

Trotz des leichten Schreibstils hatte das Buch in der zweiten Hälfte ein paar Längen. Es gab zwar eigentlich einen Spannungsbogen, der aber nicht sehr gut funktioniert hat. Es gab Konflikte, diese wurden aber zu leicht gelöst und hatten keine Spannung. Gegen Ende wurde das jedoch wieder besser und die letzten paar Seiten haben mich richtig berührt. Trotzdem habe ich nicht das Bedürfnis, direkt weiterlesen zu müssen.

Fazit:

Ein schönes, märchenhaftes Buch, wie das Cover es verspricht, mit Abenteuern und liebenswerten Charakteren. Stimmungshaft für kalte Tage. Für mich jedoch kein must-read.

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