Vom Ende der Einsamkeit – Benedict Wells

Infos:

  • Seiten: 368
  • Verlag: Diogenes
  • erschienen: 2016
  • Originalsprache: deutsch

Inhalt:

Jules und seine Geschwister haben eine schöne und unbeschwerte Kindheit, bis ihre Eltern bei einem Autounfall ums Leben kommen. Ab da ändert sich alles für die drei Kinder: sie kommen in ein Heim und sehen sich kaum noch. Während Jules Schwester Liz sich mit Bewunderern umgibt, um nicht allein zu sein und sein Bruder Marty sich in seinen Berechnungen vertieft, zieht sich Jules immer mehr zurück. Nur in Alva findet er eine wahre Freundin.

Allerdings verlieren sie sich nach ihrer Schulzeit aus den Augen und Jules beginnt ein Studium und eine Laufbahn als Fotograf, bricht aber beides ab. Er fühlt sich verloren, immer wieder an seine Eltern erinnert. Seit dem Unfall übt er seine Leidenschaft, das Schreiben, nicht mehr aus.

Die Jahre verstreichen und Jules hat das Gefühl festzuhängen in der Zeit. Er erleidet immer neue Verluste, lernt aber auch Vieles dazu. Doch wenn er wirklich leben möchte, muss er mit seiner Vergangenheit abschließen.

Meine Meinung:

Auch diese Geschichte haben gefühlt alle schon gelesen. Dementsprechend jetzt auch ich. Und ich muss sagen, dass es sich wirklich gelohnt hat!

In diesem Roman geht es darum, wie drei unterschiedliche Menschen einen Verlust verarbeiten. Wir begleiten vor allem Jules, aber auch seine beiden Geschwister über die Jahre hinweg und sehen, wie ihr Handeln immer noch vom Verlust ihrer Eltern beeinflusst wird.

Der Schreibstil ist sehr angenehm und ließt sich schnell und gut. Die Charaktere sind unglaublich real und ich hatte das Gefühl, an allem hautnah teilzuhaben. Pro Kapitel wird ein Lebensabschnitt, immer circa ein bis zwei Jahre, behandelt, dadurch hatte ich manchmal das Gefühl, ein bisschen aus einer Situation rausgerissen zu werden. Im Vordergrund steht hier auch nicht unbedingt die Handlung, sondern eher die Gedanken und das große Ganze. Gerade zu Beginn des Buches, welcher in Frankreich spielt, war alles wunderbar atmosphärisch geschrieben, was nach und nach ein wenig in den Hintergrund gerückt ist. Aber durch das ganze Buch hindurch hat es mir super gut gefallen, dass immer wieder Musiker*innen und Autor*innen vorkamen.

Durchgehend ist dieses Buch sehr traurig, was anhand der Thematik natürlich nicht erstaunlich ist. Trotzdem hat es mich, gerade zum Ende hin nochmal extrem mitgenommen.

Ein wirklich tiergehender Roman über Trauerbewältigung, den ich wirklich empfehlen kann, wenn du auch traurige Bücher magst, die am Ende jedoch Mut machen.

Ich gebe dem Buch ⭐️⭐️⭐️⭐️einahlb Sterne

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